Eigenmarke Spray: Ablauf vom Sortiment bis zur Serie
Veröffentlicht am 03.11.2026, aktualisiert am 03.11.2026
Eine eigene Spray-Marke ist für Fachhändler, Werkstattketten, Industrieausrüster und Markeninhaber ein Weg, Kunden zu binden und sich vom Wettbewerb abzuheben. Der Eigenmarke Spray Ablauf folgt bei Aerosols Germany einem klaren Muster: vom Sortiment über Rezeptur und Etikett bis zu Muster, Freigabe, Serienabfüllung und Logistik. Dieser Ratgeber beschreibt die einzelnen Schritte, nennt die Entscheidungen, die Sie als Auftraggeber treffen, und zeigt, welche Faktoren Aufwand und Kosten bestimmen.
Schritt 1: Sortiment festlegen
Am Anfang steht die Frage, welche Produkte unter Ihrer Marke erscheinen sollen. Die meisten Eigenmarken starten mit einer überschaubaren Auswahl von Artikeln, die in Ihrem Vertrieb bereits nachgefragt werden, und erweitern das Programm später. Hilfreich ist ein Blick auf die Produktgruppen technischer Sprays:
- Reiniger: Bremsenreiniger, Kontaktreiniger, Entfetter, Industriereiniger
- Schmierstoffe: Kettenspray, Silikonspray, PTFE Spray, Vielzweckspray, Sprühfett
- Korrosionsschutz: Zinkspray, Zink-Alu-Spray, Hohlraumspray, Schutzwachs-Spray
- Lacksprays: RAL-Farbtöne, Haftgrund, Klarlack-Spray, Kunststofflack
- Markierungssprays: Markierungsfarbe in Signalfarben
- Kfz-Pflege: Rostlöser, Starthilfe, Cockpit Silikon, Felgensilber
- Elektronik: Kontaktspray, Kältespray, Batteriepol-Schutzspray
- Schweißsprays, Kleben und Dichten, Prüfsprays
Für die Sortimentsplanung klären Sie:
- Welche Zielgruppe kauft die Marke: Werkstatt, Industrie, Handwerk, Endverbraucher über den Handel?
- Welche Artikel sind Schnelldreher, welche Ergänzungen?
- Welche Dosengrößen passen zu Verkaufsstelle und Anwendung?
- Soll die Marke eine durchgängige Optik über alle Artikel haben oder nach Produktgruppen variieren?
Schritt 2: Rezeptur aus dem Bestand oder Entwicklung
Bei der Rezeptur gibt es zwei Wege.
Bestandsrezeptur
Der schnellere Weg nutzt eine bestehende Rezeptur aus dem Sortiment von Aerosols Germany. Einstufung, Sicherheitsdatenblatt und Abfüllparameter liegen vor, Prüfungen sind abgeschlossen. Sie wählen das Produkt aus, legen Dosengröße und Ventil fest und konzentrieren sich auf Etikett und Vermarktung. Für die meisten Eigenmarken ist dieser Weg die sinnvolle Basis.
Sonderrezeptur
Soll ein Produkt besondere Eigenschaften haben, etwa einen bestimmten Duft, eine abweichende Viskosität, einen Farbton außerhalb des Programms oder eine Rezeptur ohne bestimmte Inhaltsstoffe, wird gemeinsam mit dem Produktionspartner entwickelt. Die Entwicklung umfasst Muster des Produktionspartners, Stabilitätsprüfungen im Aerosol, Abstimmung von Treibmittel und Ventil sowie die Einstufung des neuen Gemischs. Das verlängert den Zeitplan und erhöht den Aufwand, ermöglicht aber ein Produkt, das es so nur unter Ihrer Marke gibt.
| Kriterium | Bestandsrezeptur | Sonderrezeptur |
|---|---|---|
| Zeit bis zur Serie | Kurz, Freigabe hängt am Etikett | Länger, zusätzlich Entwicklung und Prüfung |
| Aufwand | Gering | Höher durch Entwicklung, Prüfung, Einstufung |
| Dokumentation | Vorhanden | Wird neu erstellt |
| Differenzierung | Über Marke und Etikett | Über Marke und Produkteigenschaften |
Schritt 3: Etikett und Kennzeichnung
Das Etikett trägt Ihre Marke und zugleich alle gesetzlichen Pflichtangaben. Beides muss zusammenpassen. Sie liefern Markenlogo, Farbwelt und gewünschte Gestaltung; Aerosols Germany stellt die kennzeichnungsrelevanten Inhalte bereit: Produktbezeichnung, Einstufung nach CLP mit Piktogrammen, Signalwort, H- und P-Sätzen, die Hinweise nach der Aerosolpackungsverordnung, Füllmenge, Chargenfeld und die Angaben zum Inverkehrbringer.
Zu klären ist dabei:
- Wer ist Inverkehrbringer? Bei einer Eigenmarke in der Regel Sie als Markeninhaber. Daraus folgen Pflichten wie das Vorhalten des Sicherheitsdatenblatts.
- Welche Sprachen? Für den Vertrieb in mehreren Ländern müssen die Pflichtangaben in den jeweiligen Amtssprachen erscheinen. Das beeinflusst Etikettengröße und Gestaltung.
- Welche Etikettenart? Rundumetikett, Teiletikett, Direktdruck oder Faltetikett bei umfangreichen Texten.
- Welche Freizeichen und Logos? Kennzeichen wie der Grüne Punkt sollten auf neuen Etiketten nicht mehr vorgesehen werden, weil ihre Verwendung nach der EU-Verpackungsverordnung ausläuft.
Die Etikettenprüfung ist ein eigener Schritt: Der Entwurf wird auf Vollständigkeit der Pflichtangaben, Lesbarkeit, Piktogrammgrößen und korrekte Wortlaute geprüft, bevor er in den Druck geht.
Schritt 4: Muster
Bevor die Serie läuft, erhalten Sie Muster. Je nach Projekt sind das:
- Produktmuster aus dem Bestand, damit Sie Sprühbild, Geruch, Trocknung und Wirkung in Ihrer Anwendung prüfen können.
- Muster des Produktionspartners bei Sonderrezepturen, um Eigenschaften abzustimmen und bei Bedarf nachzujustieren.
- Etikettenmuster als Andruck oder als etikettierte Dose, damit Sie Optik, Farbwiedergabe und Sitz des Etiketts auf der Dose beurteilen können.
Geben Sie Muster an die Personen weiter, die das Produkt später einsetzen oder verkaufen. Rückmeldungen aus der Praxis sind in dieser Phase noch mit geringem Aufwand umsetzbar.
Schritt 5: Freigabe
Die Freigabe ist der formale Abschluss der Vorbereitung. Sie bestätigen schriftlich Rezeptur, Dosengröße, Ventil und Sprühkopf, Etikettenentwurf mit allen Pflichtangaben, Verpackungseinheit und Menge. Ab der Freigabe werden Etiketten gedruckt und Komponenten disponiert. Änderungen nach der Freigabe verursachen Mehraufwand, weil bereits beschaffte Etiketten oder Komponenten betroffen sein können. Prüfen Sie den Freigabestand deshalb sorgfältig, insbesondere Rechtschreibung, Kontaktangaben und Pflichttexte.
Schritt 6: Serienabfüllung
Nach der Freigabe plant Aerosols Germany die Abfüllung beim europäischen Produktionspartner ein. Die Serienabfüllung umfasst:
- Bereitstellung von Rezeptur, Dosen, Ventilen, Sprühköpfen, Kappen und Etiketten.
- Ansatz des Produkts und Prüfung vor der Abfüllung.
- Abfüllung, Treibmittelbefüllung und Verschluss.
- Dichtheits- und Funktionskontrolle entsprechend den Vorgaben für Aerosolpackungen.
- Etikettierung und Chargenkennzeichnung beim Partner, anschließend Qualitätskontrolle und Verpackung in die vereinbarte Einheit in Iserlohn.
Die Chargenkennzeichnung stellt sicher, dass jede Füllung nachvollziehbar bleibt. Sie erhalten die Chargendokumentation zu Ihrer Lieferung.
Schritt 7: Logistik
Aerosole sind Gefahrgut im Sinne der Transportvorschriften. Verpackung, Kennzeichnung der Versandeinheiten und Versandpapiere müssen den Regeln für den Straßentransport entsprechen. Aerosols Germany verpackt die Ware in Iserlohn entsprechend und stimmt mit Ihnen ab, ob die Lieferung an Ihr Zentrallager, direkt an Filialen oder an einen Logistikdienstleister geht. Für die Lagerung bei Ihnen gelten die Hinweise auf dem Etikett: kühl, trocken, vor Sonne und Wärmequellen geschützt. Je nach Lagermenge sind betriebliche Vorschriften zur Lagerung von Aerosolpackungen zu beachten.
Was Aufwand und Kosten bestimmt
Eigenmarken unterscheiden sich im Aufwand erheblich. Die wichtigsten Kostentreiber sind:
- Stückzahl je Artikel. Rüstzeiten, Ansatz und Etikettendruck verteilen sich auf die Menge. Kleine Auflagen je Artikel sind pro Dose aufwendiger als größere.
- Anzahl der Artikel. Jeder Artikel braucht eigene Etiketten, eigene Freigabe und eigene Rüstung. Ein schlankes Sortiment mit guten Mengen ist wirtschaftlicher als viele Artikel in kleinen Mengen.
- Dosengröße und Komponenten. Dose, Ventil, Sprühkopf und Kappe sind Zukaufteile; Sonderformate und Sonderfarben erhöhen Beschaffungsaufwand und Mindestmengen beim Lieferanten.
- Sonderrezeptur. Entwicklung, Prüfung und Einstufung sind einmalige Aufwände, die sich erst über die Laufzeit der Marke verteilen.
- Etikettenaufwand. Mehrsprachigkeit, Faltetiketten, Sonderfarben und Veredelungen erhöhen Druckkosten und Prüfaufwand.
- Verpackungseinheit und Versand. Umkarton, Palettierung und Gefahrgutverpackung sind Teil der Kalkulation.
Sprechen Sie diese Punkte früh an. Oft lässt sich durch die Wahl einer Bestandsrezeptur, einer Standarddose und eines einheitlichen Etikettenlayouts über alle Artikel der Aufwand deutlich senken, ohne dass die Marke an Wirkung verliert.
Zeitplan
Qualitativ lässt sich der Ablauf so einordnen: Die Sortimentsentscheidung und die Rezepturwahl liegen bei Ihnen und bestimmen den Start. Die Etikettenentwicklung mit Prüfung der Pflichtangaben ist bei Bestandsrezepturen der zeitbestimmende Schritt. Bei Sonderrezepturen kommen Entwicklung und Prüfungen hinzu. Nach der Freigabe folgen Etikettendruck, Komponentenbeschaffung und Einplanung der Abfüllung. Folgeaufträge mit unverändertem Etikett laufen deutlich schneller, weil Freigabe und Dokumentation bereits vorliegen.
Ihre Eigenmarke mit Aerosols Germany
Aerosols Germany, die Spray-Marke der Berger & Schröter GmbH in Iserlohn, lässt technische Sprays für Industrie, Handwerk und Handel bei Partnerbetrieben in Europa produzieren, prüft und versendet sie in Iserlohn und begleitet Eigenmarken von der Sortimentsidee bis zur Lieferung. Sie erhalten einen Ansprechpartner für Rezeptur, Kennzeichnung, Muster und Abfüllung.
Sie möchten eine eigene Spray-Marke aufbauen oder ein bestehendes Programm erweitern? Dann stellen Sie Ihre Anfrage an Aerosols Germany mit Ihrer Sortimentsidee und den gewünschten Dosengrößen, wir melden uns mit einem Vorschlag für den Ablauf.